
Jeder kennt das Drama um die beiden Verliebten und die tragische Handlung dieses klassischen Theaterstücks aus der Renaissance. Alles dreht sich um die Liebe zwischen Romeo und Julia und den Hass zwischen deren Familien, den Capulets und den Montagues. Am 21. Jänner 2010 besuchten wir, die 2DHL, das Landestheater, wo derzeit eine Neuinszenierung der Tragödie von William Shakespeare gespielt wird.
Die Inszenierung des Klassikers von Gerhard Willert gibt sich modern und verändert so manche Dialoge. Elemente unserer heutigen Sprache mischen sich mit der Sprache des Originals. Das Bühnenbild besteht aus einer Konstruktion, die aussieht wie ein Trichter mit einem aufgewölbten Rand. In ihn fallen alle Toten. Ein Korb aus Eisen stellt den berühmten Balkon und Julias Zimmer dar. Er sieht aus wie ein Gefängnis, aus dem niemand, vor allem nicht Julia, ausbrechen kann. Vielleicht hat der Regisseur diese Lösung gewählt, weil Julia ihr Leben aufgezwungen wird und sie nicht selbst entscheiden darf, welchen Mann sie heiratet. In der Kuss-Szene sehen die beiden aus, als würden sie sich gegenseitig verletzen.
Nicole Reitzenstein ist in der Rolle der Julia nicht sehr überzeugend. Vielleicht weil ich mir die Julia zerbrechlich und zart vorstelle, was sie keineswegs ist.
Aurel von Arx spielt einen tollen Mercutio, dem er eine Persönlichkeit verleiht, die sehr sympathisch wirkt.
Alles in allem habe ich die Vorstellung aber als missglückten Versuch erlebt, „Romeo und Julia“ als modernes Stück zu präsentieren.
Anabel Ecklbauer, 2dHL, März 2010
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