Zu Besuch im Ars Electonica Center

Im Rahmen eines Lehrausganges besuchte die 3AFW Mitte Mai das Ars Electronica Center.

Vorab lässt sich mal sagen, dass uns das Wetter nicht gerade gnädig war. Man könnte meinen, der Sonne war nach einem Streik zumute. Jedoch muss man hier anmerken, dass es bestimmt oft genau Tage wie diese waren, die aus gelangweilten Tüftlern Erfinder mit revolutionären Ideen, die unser Leben bereichern, machten.

Als wir um etwa 9.30 ankamen, herrschte im Foyer des AEC noch die Ruhe vor dem Sturm. Wir hatten noch ein wenig Zeit bis zur Führung. Ich nutzte diese wie viele andere, um mir etwas Stärkung zu holen. Als ich zurückkam, war, salopp formuliert, die Hölle los. Offenbar war unsere nicht die einzige Schule, die an diesem Tag einen Führungstermin vereinbart hatte. Nachdem einer der Unbekannten seinen Mageninhalt in der Lobby entleert hatte (worüber meine Klassenkameraden und Frau Mag. Sinnhuber natürlich „not amused“ waren), ging die Führung los.

Poesie der Bewegung

Unsere erste Station war „Poesie der Bewegung“. Ein besonderes Highlight war Arthur Gansons „Machine with Concrete“ – ein Triebwerk, das so konzipiert wurde, dass jedes Zahnrad langsamer rotiert als das vorherige. Das letzte Zahnrad wird erst in zwei Billionen Jahren eine ganze Umdrehung geschafft haben. Als Botschaft der Erfindung gilt, dass es darstellen soll, wie der Mensch imstande ist etwas zu erfinden, das ihn überleben kann. Zu den anderen interessanten Ausstellungsstücken zählten „Structured Creature“ und „Quartet“. Ersteres sind separate, mit feinen Fäden verbundene architektonische Konstrukte, die mit Bewegungssensoren versehen sind. Sie reagieren auf von außen einwirkende Bewegung und verändern somit ihre Ausrichtung. Sie sind zusätzlich nach dem Prinzip der „Shape Memory“ konstruiert, das heißt, sie nehmen öfters bereits eingenommene Formen wieder an. Nach einer unterhaltsamen Vorführung im Quartett-Raum, in dem nach einem bestimmten Rhythmusmuster musiziert wurde, ging es weiter in die Sektion „Neue Bilder vom Menschen“.

Neue Bilder vom Menschen

Bevor wir zu den Errungenschaften der organischen Wissenschaft kamen, wurden wir über künstliche Organismen informiert. Man könnte sagen, wir befinden uns, was das Potential von künstlicher Intelligenz und Robotern angeht, in einer Renaissance. Uns wurden Modelle mit Bewegungssensoren und der Fähigkeit, auf Bewegungen zu reagieren, vorgestellt. Im „Robolab“ wurde dynamische Designkunst mit lernfähiger Technologie verbunden.

Im organischen „Brainlab“ konnten wir durch eine vergrößerte digitale Kopie eines Retinascans ein genaues Bild einer Netzhaut sehen. Anhand der Pigmentierung bei mehreren Beispielen wurde uns der Unterschied zwischen einem gesunden und einem kranken Auge erklärt. Bei einer Maschine, die die Augenaktivität durch Gehirnimpulse misst, wurde der Freiwillige K. für einen „Alle schauen in den Ausschnitt“-Scherz missbraucht.

Deep Space

Unsere letzte Station war das so genannte „Deep Space“, ein 3D-Kino, in dem zuerst ein Animationsclip vorgeführt und danach die neueste Innovation der ultra-hochauflösenden Bilder gezeigt wurde. In dem ersten Clip waren dutzende Computer-animierte Fantasiegestalten wie Rudi Rüssel zu sehen. Dieser war übrigens so bunt wie ein Clown mit Windpocken und dürfte ein Alptraum für alle Epileptiker sein. Die technologische Errungenschaft der ultra-hochauflösenden Bilder wurde uns durch „Das letzte Abendmahl“ von Leonardo Da Vinci näher gebracht.

Unser Guide war erfahren, jedoch keineswegs vom alten Eisen. Lockere Scherze und gekonnt präsentiertes Fachwissen waren überzeugend. Alles in allem war der Aufenthalt jedoch zu kurz. Man kann durchaus behaupten, es kam einem so vor, als würde man sich eine Weltstadt wie New York oder London in einem Tag anschauen. Der Wissenshunger ist noch nicht ganz gestillt, der Lehrausgang war jedoch interessant und abwechslungsreich.

Benjamin Schuster, 3AFW, Mai 2009

 

 

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