
Die neu gegründete Tanzschule „Perfect Steps“ veranstaltete für die diesjährige Anfängergruppe kurz vor deren Debütantenball die Wahl zur „Miss Perfect Steps“. Eine unserer Reporterinnen mischte sich unters Geschehen.
Ich parke mein Auto auf dem Parkplatz der HBLW-Landwied und überquere die Straße. Die Tanzschule liegt praktischerweise direkt gegenüber. Es ist 19:30 Uhr am Abend des 21. Novembers 2008, und es ist bereits dunkel. Dafür ist der Eingang zur „Perfect Steps“-Schule hell erleuchtet. Ich ziehe die Glastür mit dem Logo der Schule auf und steige eine steile, enge Treppe empor. Laute Musik schallt mir nebst fröhlichem, angeregtem Stimmengewirr entgegen.
Ich hänge meine Jacke an einem der Garderobenhaken auf und betrete dann den großen Raum, in dem die Wahl stattfinden soll. Die mir gegenüberliegende Wand ist mit deckenhohen Spiegeln behängt, links daneben befindet sich eine gut gefüllte Bar mit gemütlichen Tischen. Der Raum ist in buntes Licht getaucht; von der Decke baumelt eine Diskokugel.
Mit Klebeband ist ein Laufsteg quer durch das große Zimmer abgegrenzt, darum herum sind Sitzgelegenheiten platziert, auf denen bereits Verwandte und Freunde der Teilnehmer sitzen. Auch die Jury ist schon anwesend. „Wir erwarten uns viel von den Mädchen“, sagt eine der Richterinnen, „und wir werden sie streng beurteilen. Immerhin wird die Gewinnerin ein Jahr lang das Gesicht unserer Werbekampagnen sein.“
Das einzige männliche Mitglied der Jury macht mich mit dem Ablauf der Wahl vertraut. „Um einen ersten Eindruck von den Teilnehmerinnen zu gewinnen, lassen wir sie erst in neutraler Kleidung laufen. Dann dürfen sie die von ihnen selbst gewählten Sachen tragen. Anschließend gibt es ein kurzes Interview und die erste Entscheidung. Dann wird auch schon die Gewinnerin gewählt.“
Punkt acht Uhr beginnt die Wahl. Der Tanzlehrer der Mädchen stellt sich als Markus vor und hält eine kurze Rede. Dann geht es auch schon los. Einzeln werden die Tanzschülerinnen aufgerufen und laufen einmal in schwarzen Jeans und engen, weißen Tops den Laufsteg entlang, immer begleitet vom donnernden Applaus ihrer Familie und Freude. Die Vorführung wirkt professionell und gut einstudiert. Man sieht den Kandidaten ihre Nervosität nicht an.
Anschließend ziehen sich die neun Mädchen für die nächste Runde um. Aufmerksam verfolge ich ihre Präsentation. Meine Favoritinnen sind drei Mädchen namens Eva, Denise und Theresa, da sie meiner Meinung nach die talentiertesten und hübschesten der Teilnehmer sind.
Nun folgen die kurzen Interviews. Es werden unterschiedliche Fragen nach Wohnort, Hobbys und Schule gestellt. Oft bekommt Markus als der Interviewer bloß „Ähms“ zur Antwort.
Nun gibt es eine kurze Pause, in der die Jury beredet, welche drei Kandidatinnen sie herauswählen. Eine Viertelstunde später geht es weiter, und die nun doch etwas verschreckt aussehenden Kandidatinnen stellen sich in einer Reihe auf. Nach längerem Hin und Her zur Erhöhung der Spannung verkündet Markus die drei Verliererinnen: Julia, Caroline und Tanja. Die drei ent-täuschten Mädchen setzen sich zu ihren Familien, doch für die anderen sechs geht es weiter: Ein letztes Mal noch geben sie ihr Bestes auf dem Lautsteg und laufen zu dem altbekannten Song „Pretty Woman“.
Dann steht die Platzierung fest, und Markus tritt vor die Mädchen. „Auf dem dritten Platz ist Eva, zweite ist Theresa, und unsere diesjährige Miss Perfect Steps ist … Denise!“ Genau meine Favoritinnen! Begeistert klatsche ich den erfreuten und stolzen Gewinnerinnen zu. Die Mutter von Denise, eine vom Sieg ihrer Tochter gerührte Frau, sagt: „Ich bin so stolz auf sie! Sie war wirklich sehr gut, und ich habe so gehofft, dass sie gewinnt!“
Nach der Verkündung löst sich die Gesellschaft auf; die meisten gehen schon. Ihnen schließe ich mich an. Als ich nach draußen trete, sehe ich, dass dicke, weiche Schneeflocken vom Himmel fallen. Zum ersten Mal in diesem Winter. Lächelnd gehe ich zu meinem Auto.
Christina Habenschuss, 2AHL, Jänner 2009
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